{"id":53011,"date":"2018-09-22T07:29:04","date_gmt":"2018-09-22T06:29:04","guid":{"rendered":"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/?p=53011"},"modified":"2018-09-25T12:02:36","modified_gmt":"2018-09-25T11:02:36","slug":"alpencross-ein-fest-fuer-die-sinne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/?p=53011","title":{"rendered":"Alpencross: ein Fest f\u00fcr die Sinne"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8230; oder ein anderer Blick auf eine Alpenwoche<\/strong><\/p>\n<ol>\nEine Alpen\u00fcberquerung geh\u00f6rt scheinbar heutzutage zu einem Mountainbikerdasein dazu. In Gespr\u00e4chen mit Leuten geht es beim Alpencross meist um Strecken, Kilometer, H\u00f6henmeter, Schwierigkeitsgrade&#8230; Dabei kommen andere Aspekte kaum zur Sprache, z.B. das Gruppenerlebnis, die Sinneseindr\u00fccke&#8230;<br \/>\nF\u00fcr mich war Letzteres eigentlich das Wichtigste und Beeindruckendste: Alpenross als ein Fest f\u00fcr die Sinne&#8230;Alle wichtigen Sinne waren st\u00e4ndig angesprochen: das Sehen, das H\u00f6ren, das Riechen, das F\u00fchlen, das Schmecken&#8230;Achtsamkeit hoch Drei!<\/ol>\n<p><!--more--><\/p>\n[sections]\n[section title=&#8220;Schauen&#8220;]\n<p><a href=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac_j_12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac_j_12.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"281\" class=\"aligncenter size-large wp-image-52903\" srcset=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac_j_12.jpg 1700w, https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac_j_12-200x88.jpg 200w, https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac_j_12-300x132.jpg 300w, https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac_j_12-768x337.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><br \/>\n[\/section]\n[\/sections]\n<hr \/>\n<p>Erstmal ist die \u00dcberquerung der Alpen, gleich ob zu Fu\u00df oder mit dem Rad, ein Fest f\u00fcr die <strong>Augen<\/strong>. Ein nie enden wollender Farbfilm l\u00e4uft ab: Hinter jeder Wegkehre \u00e4ndern sich Kulisse und Panorama und damit auch die Farben. Je nach Wegstrecke und Jahreszeit blicken wir auf sattes Gr\u00fcn oder das schon trockene Braun des Grases, Felsen schimmern grau und fleckig, oft zieht sich das Band des Weges, dem wir folgen hell durch die relativ dunkle Landschaft. Die Berge selbst tragen je hach H\u00f6he ihr eigenes Farbkleid: mal gr\u00fcn mit B\u00e4umen bewachsen, mal Gr\u00fcn mit Gras bewachsen, ein andermal ragen sie still und grau in den Himmel. Und bald sind sie mit leuchtendem Schnee bedeckt oder glitzernden Gletschern. \u00dcber allem thront ein intensiv blauer Himmel, auch mal garniert mit wei\u00dfen Sch\u00f6nwetterwolken oder &#8211; auch nicht zu verachten &#8211; wei\u00dfe und graue Wolken h\u00e4ngen tief bis in die T\u00e4ler oder steigen von ihnen nach oben. Was das Auge zudem erfreut, aber auch fordert, ist der st\u00e4ndige Wechsel der Szenerie, die immer neue Zusammensetzung all dieser Elemente und Farbtupfer. Und dem achtsam Reisenden fallen auch immer wieder &#8222;Kleinigkeiten&#8220; auf: die Silberdistel in der Wiese, ein knorriger Baum am Wegrand, das obligatorische Murmeltier, eine sch\u00f6n gemaserte Wurzel, \u00fcber die wir rollen&#8230;<\/p>\n[sections]\n[section title=&#8220;H\u00f6ren&#8220;]\n<a href=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sep18_53.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/sep18_53.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" \/><\/a><br \/>\n[\/section]\n[\/sections]\n<hr \/>\n<p>So kitzeln die  wechselnden Szenarien aber auch andere Sinne, zum Beispiel das <strong>Geh\u00f6r<\/strong>.<br \/>\nEs gibt doch nicht viel Beruhigenderes als ein sanft rauschender Bach, der neben einem her durch ein Tal l\u00e4uft. Mal gluckert es, mal rauscht es st\u00e4rker, bis sogar ein Wasserfall ein regelrechtes Donnern h\u00f6ren l\u00e4sst. In den Alpenregionen geh\u00f6rt nat\u00fcrlich auch das Kuhglockengebimmel als Hintergrundmusik dazu. Eine besondere Mischung an Ger\u00e4uschen gab es nachts am Julierpass. Bei offenem Fenster str\u00f6mten neben frischer Luft herein: das Rauschen des Baches und des Windes, Kuhglockengebimmel und das Auf- und Abschwellen  von Motorger\u00e4uschen.<br \/>\nAber auch weniger angenehme Ger\u00e4usche k\u00f6nnen auftauchen: das Kreischen von Scheibenbremsen, das Hupen von Autos, das Gejaule von hochdrehenden Motorr\u00e4dern. Aber diese St\u00f6rger\u00e4usche sind eher die Ausnahmen auf unseren Touren gewesen.<br \/>\nMeist hatten wir den allgemeinen Eindruck von Stille um uns herum, eine beruhigende Mischung aus permanenten Einzelger\u00e4uschen&#8230;<\/p>\n[sections]\n[section title=&#8220;Riechen&#8220;]\n<a href=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_329.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_329.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" \/><\/a><br \/>\n[\/section]\n[\/sections]\n<hr \/>\n<p>Bem\u00e4chtigen sich  die Ger\u00e4usche oft eher vorsichtig und zart der Sinne und gelangen erst nach und nach ins Bewusstsein, so kommen die <strong>Ger\u00fcche <\/strong>eher \u00fcberfallartig daher.<br \/>\nMan f\u00e4hrt aus einem Wald heraus und schlagartig f\u00fcllt der intensive Duft der gem\u00e4hten Wiese die Nase. S\u00fc\u00df und w\u00fcrzig riecht es und fast meint man den Geschmack von Kr\u00e4utern auf der Zunge zu sp\u00fcren. Kein Geruch verbindet sich bei mir mehr mit Sommer und Ferien als der von gem\u00e4hten Wiesen in den Bergen. Manchmal und meist morgens steigt von B\u00e4chen und Wiesen ein Geruch von Feuchte und Schwere auf, der einen eher fr\u00f6steln l\u00e4sst. Ebenfalls  unvergleichlich und wunderbar ist der Duft von Nadelb\u00e4umen. Dort, wo die Sonne stark geschienen hat, ist er sehr intensiv oder auch dort, wo B\u00e4ume gef\u00e4llt wurden. Tannen, Fichten und Zirbeln verstr\u00f6men einen unvergesslichen Wohlgeruch&#8230;<br \/>\nNicht immer wird aber der Geruch empfunden, den Tiere verstr\u00f6men oder hinterlassen, aber wer mal einer Kuh auf die Pelle r\u00fcckt und ihren Geruch bewusst einatmet, wird ihn eher als  angenehm empfinden&#8230;<\/p>\n[sections]\n[section title=&#8220;F\u00fchlen&#8220;]\n<a href=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_335-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_335.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"275\" class=\"aligncenter size-large wp-image-53048\" \/><\/a><br \/>\n[\/section]\n[\/sections]\n<hr \/>\n<p>Ein anderes Organ, das bei einem Alpencross oder auch sonst beim Biken stark beansprucht wird, ist die <strong>Haut<\/strong>. \u00dcber sie nehmen wir Druck, Feuchtigkeit, Temperaturen wahr. Ein besonderer Genuss ist es, Temperaturwechsel zu sp\u00fcren. Aus einem eher k\u00fchlen Waldst\u00fcck fahren hinaus auf eine offene Wiese oder in ein Tal hinein. Dabei hat man manchmal den Eindruck, in eine Wand aus W\u00e4rme hinein zu fahren. Die warme Luft umschmeichelt unsere Haut und kann uns vielleicht auch wieder aufw\u00e4rmen. Umgekehrt kann das Eintauchen in kalte Luftschichten ein eher unangenehmer Schock sein. Aus W\u00e4rme kann sehr schnell &#8211; wie bei unserem Alpencross &#8211; Hitze werden &#8211; und der Schwei\u00df l\u00e4uft&#8230; Diese Eindr\u00fccke kann man bewusst wahrnehmen und sie gegebenenfalls auch genie\u00dfen.<\/p>\n[sections]\n[section title=&#8220;Schmecken&#8220;]\n<a href=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_334.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_334.jpg\" alt=\"\" width=\"650\"  \/><\/a><br \/>\n[\/section]\n[\/sections]\n<hr \/>\n<p>Kommt das Wichtigste immer am Schluss? Das <strong>Schmecken<\/strong>? F\u00fcr viele ganz klar: Essen und Trinken ist elementarer Bestandteil eines Alpencross und des Lebens sowieso.<br \/>\nAber schon unterwegs, w\u00e4hrend der Tour, gibt es einiges zum Schmecken. Wer seine Flasche nicht mit wohlschmeckenden Brausetabletten auff\u00fcllt, kann den unverf\u00e4lschten Geschmack von Alpenquellwasser kosten. Wir f\u00fcllen ein paar Mal am Tag unsere Flaschen an einem Bach, an einer Kuhtr\u00e4nke oder mal an einem Friedhof auf. Besonders gutes Wasser bekamen wir im Engadin, in dem D\u00f6rfchen Sent, zu kosten. Dort spenden Dorfbrunnen &#8222;mineralisiertes Wasser&#8220;.<br \/>\nAuf einer Reise durch verschiedene L\u00e4nder kann man sich gern auch auf die regionalen Spezialit\u00e4ten einlassen und sie kosten. Unsere M\u00e4gen wanderten durch die \u00f6sterreichische, die schweizerische und italienische K\u00fcche. An einen Mittagspause in einem italienischen Ort erinnere ich mich besonders: Dort gab es  hausgemachte Nudeln mit angebratenen frischen Pilzen.<br \/>\nDass einem nach einem anstrengenden Tag abends ein Bier &#8211; mit oder ohne Alkohol &#8211; bestens mundet, versteht sich von selbst&#8230;<\/p>\n[sections]\n[section title=&#8220;Ein Konzert&#8220;]\n<a href=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_333.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/nmbiking.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/09\/ac18_333.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" \" \/><\/a><br \/>\n[\/section]\n[\/sections]\n<hr \/>\n<p>Am Ende der Tour, am Comer See, vereinigen sich viele Sinneseindr\u00fccke nochmal zu einem kleinen Konzert: der Ort ist voller Ger\u00e4usche von Autos und Menschen, die Wellen des Sees pl\u00e4tschern h\u00f6rbar an den Strand, M\u00f6ven fliegen herum und schreien, Enten schnattern, das Wasser des Sees riecht abgestanden und brackig, die Leinen an den Stangen der Boote im Hafen schlagen und Holz quietscht. Und es regnet&#8230; <strong>Mountainbiken ist mehr.<\/strong><br \/>\n(Text:NM, Fotos: J\u00f6rg Ansch\u00fctz, Norbert Martini)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; oder ein anderer Blick auf eine Alpenwoche Eine Alpen\u00fcberquerung geh\u00f6rt scheinbar heutzutage zu einem Mountainbikerdasein dazu. 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